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17. Februar 2009

Neue Fotos!

Generalprobe

Premierenfeier

16. Februar 2009

Premiere in der Aula des Heinrich-Schliemann-

Gymnasiums Fürth

17-18. Feb. 2009

Weitere Aufführungen

 

Vorverkauf in den Pausen oder unter:

karten@schulspiel.de 

 

 

 

Was, Ihr wollt?

 

Ich heiße Olivia von Illyrien und bin 22 Jahre alt. Ich bin verliebt in Cesario; er ist schön, eloquent und besonders interessant, weil er mir nicht zu Füßen liegt.

Wenn Malvolio mal wieder zu langsam auf meine Anweisungen reagiert, versuche ich ihn mit einer scheuchenden Handbewegung anzutreiben, ab und zu fasse ich mir an den Schleier, ich stehe oft da wie eine Statue.

Meinen Kopf halte ich meist hoch erhoben und leicht seitwärts gedreht, ich gehe aufrecht, beinah schreitend oder, wenn ich in Eile bin, mit kleineren Schritten, den Oberkörper leicht vorgebeugt.

Meine Stimme hat einen arroganten, harten und leicht spöttischen Unterton, aber ich habe keine Sprachfehler.

In meiner Freizeit gehe ich gern mit Maria spazieren, schwimme im Sommer gerne nachts alleine im See und spiele mit meinen Puppen. Bei all diesen Tätigkeiten kann ich zur Ruhe kommen, muss auf nichts und niemand Rücksicht nehmen und kann meine Gedanken ganz auf das lenken, was ich tue, damit sie sich nicht immer im Kreis drehen.

Mein wichtigstes Kleidungsstück ist der Schleier, weil er mich vor der Welt schützt und mir einen Rückzugsort bietet, ansonsten mag ich eigentlich alle meine Kleider. Ich spiele gerne mit meinen Porzellanpuppen.

Am liebsten esse ich Perlhuhn mit frischem Gemüse und trinke klares, stilles Wasser oder süßen Rotwein.

Mein Motto ist „Ich wünschte, du wärst so wie ich dich haben will!“, weil ich es gewohnt bin, dass geschieht, was ich will und es mich irritiert, wenn das nicht der Fall ist.

Ich hasse ungebührliches Verhalten, schlechte Gerüche, schrumpelige Finger nach den Baden, Frieren beim Aufstehen und Nacktschnecken.

Die größte Niederlage meines Lebens war, dass ich meinen Bruder nach seinem Unfall nicht retten konnte.

Mein größter Traum ist innere Ruhe und Geborgenheit, bei der ich mir meine Unabhängigkeit bewahren kann.

Ich habe Angst, dass zu verlieren, was mich ausmacht, wie Stolz, Schönheit, Ehre, Reichtum und Sicherheit. Außerdem fürchte ich mich vor Krankheit, stechenden Insekten und Schlangen.

Mit noch mehr Geld würde ich meinem Onkel Toby ein Haus und Bedienstete sehr weit weg kaufen.

Abgesehen von gelegentlichem Schwermut und Stimmungsschwankungen bin ich gesund.

Ich verbringe die meiste Zeit mit Maria, weil sie für mich fast eine Freundin ist.

Mein Ziel im Stück ist Cesario für mich zu gewinnen, weil er mich sehr fasziniert und ich ihn „haben“ will. Die Anträge des Herzogs nerven mich aber, das muss endlich aufhören.

Fabienne kann ich nicht leiden, weil sie ungeheuer frech, dreist und anmaßend ist.

Ich fühle mich Cesario und Maria am meisten verbunden. Mit Maria habe ich schon so manches erlebt und ihr auch Dinge erzählt, die sonst keiner weiß. Cesario scheint mir mir ähnlicher zu sein als der erste Blick vermuten lässt.

Malvolio ist als Haushofmeister unersetzlich und sorgt in meinem Haus für Zucht und Ordnung, bisweilen ist jedoch etwas aufdringlich. Viola ist mir zunächst nicht willkommen, weil sie als Orsinos Bote kommt, sie fasziniert mich aber schnell und ich versuche (im Glauben, sie sei ein Mann), sie für mich zu interessieren und zu gewinnen. Schließlich liebe ich sie eben als Schwägerin.

Ich liebe meine Heimat Illyrien, das Land meiner Ahnen, aber manchmal erscheint mir hier alles eng und stickig (wenn ich von Boten des Herzogs belagert werde, von Cesario zurückgewiesen werde oder mich einsam fühle). Nach der Hochzeit mit Sebastian ist Illyrien für mich der siebte Himmel.

Liebe ist wohl eines der mächtigsten Dinge dieser Welt. Sie ist gefährlich, unberechenbar und macht schwach. Nichtsdestotrotz suche  und strebe ich nach Liebe, weil ich glaube, dass sie wirklich glücklich machen kann.

Ich würde gern ein langes Gespräch mit Cesario führen, um ihm meine Gefühle klarzumachen und ihn von mir zu überzeugen.

Ich würde Sir Toby, meinen Onkel, gerne ins Meer werfen, weil er ein Schmarotzer und Saufbold ist und eine Abkühlung ihm sicher gut täte.

 

Messalina ist schon lange mit Illyrien verfeindet, in Zeiten der Waffenruhe interessiert es mich aber nicht sonderlich. Illyrien bedeutet für mich Heimat, Kindheitsort, fester Boden unter den Füßen, goldener Käfig, Glashaus. Ich zähle schon die Tage, bis die illyrischen Modeschauen beginnen. (Eine Kollektion meines Lieblingsdesigners ist mir gewidmet!)

Wenn ich Musik höre, schwelge ich in Erinnerungen, tanze heimlich oder bekomme Lust, barfuß über eine Sommerwiese zu laufen.

Liebe ist einfach unbegreiflich.