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17. Februar 2009

Neue Fotos!

Generalprobe

Premierenfeier

16. Februar 2009

Premiere in der Aula des Heinrich-Schliemann-

Gymnasiums Fürth

17-18. Feb. 2009

Weitere Aufführungen

 

Vorverkauf in den Pausen oder unter:

karten@schulspiel.de 

 

 

 

Was, Ihr wollt?

 

Ich bin Herzog Orsino von Illyrien und mit meinen 36 Jahren gerade frisch verliebt...in Gräfin Olivia.
Sie ist für mich das absolute Idealbild von Frau und verfolgt mich Tag und Nacht im Traum. Meine Liebe zu ihr akzeptiert kein NEIN und trotz der zahlreichen Körbe, die sie mir schon gegeben hat, werde ich die Hoffnung, dass sie sich letztendlich doch für mich entscheidet, keinesfalls aufgeben. So schicke ich immer wieder Liebesboten zu ihr, auch wenn ich mich damit vor meinen Angestellten allmählich lächerlich mache.
Aber erst einmal zurück zu meiner Wenigkeit:
Meine poetischen Reden unterstütze ich gerne mit meinen Händen. Mein Gang ist stolz und autoritär, mit erhobenem Kopf, wie es sich für einen Herzog gehört und beflügelt von meiner Hoffnung und Liebe. Ich spreche stets betont und klar, wobei ich gerne höchst poetisch ausschweife. In meiner Freizeit höre ich ausschließlich Musik, lese auch mal, unterhalte mich mit meinem Diener Cesario, schaue Rosamunde Pilcher und träume von meiner Liebsten.
Mein liebstes Kleidungsstück ist mein Hut, den mir mein Vater (Gott hab ihn seelig!) vererbt hat und mit dem ich schon durch Dick und Dünn gegangen bin.
Außerdem esse ich für mein Leben gern Lasagne, zu der ich französischen Rotwein genieße.
"Damit finde ich mich nicht ab" ist mein Motto, denn für die Liebe muss man kämpfen!
Am meisten hasse ich es, hilflos meinen Gefühlen ausgeliefert zu sein.
Die größte Niederlage meines Lebens war, Olivia nicht bekommen zu haben. Ihre Sturheit kränkt meinen männlichen Stolz, außerdem bin ich der Herzog, also ein Glücksgriff und ich kann ihre Abweisung einfach nicht verstehen - zumal ich bisher alle Frauen, die ich haben wollte, auch bekam.
Mein größter Traum ist es natürlich, mein Glück zu finden, was für mich bedeutet, mit der Frau, die ich liebe zusammen zu sein, Musik und die Natur um mich zu haben.
Große Angst habe ich vor der Einsamkeit, vor der Stille und davor, meine Gefühle zu verlieren, die mir zwar so manchen Schmerz bereiten, ohne die mein Leben jedoch leer wäre. Da ich weder Geschwister noch richtige Freunde habe und meine Eltern beide tot sind, muss ich einfach eine Frau finden, die mit mir zusammen alt wird. Wenn es zu still wird um mich herum, dröhne ich mich mit Musik zu, bis es schmerzt. Ich bekomme kaum genug davon, mich einfach fallen zu lassen und der schönen Melodie zu lauschen, die auch die unangenehmen Gefühle wieder aufwühlt...
Eine noch größere Summe  Geld, als ich eh schon habe, würde ich verschenken oder wegschmeißen, denn Geld macht aus Erfahrung nicht glücklich. Allzu gern würde ich meinen Palast gegen ein einfaches Häuschen mit Rosengarten eintauschen!
Ja, ich bin krank: vor Liebe...ich leide an Schlaflosigkeit, verliere mich langsam selbst und, wenn Musik eine Droge wäre, wäre ich drogensüchtig! Weiterhin leide ich an Realitätsverlust und füge mir selbst Schmerzen zu, indem ich mich mit immer der gleichen Musik, die ich eigentlich schon gar nicht mehr hören kann, quäle.
Am meisten Zeit verbringe ich mit Cesario, der ja mein Diener ist, Olivia also meine Botschaften überbringen muss und mit dem ich mich sehr gut unterhalten kann.
Mein Ziel im Stück ist es, die Liebe und mich selbst (wieder) zu finden. Ganz alleine würde ich eingehen wie eine welke Rose!
Am wenigsten leiden kann ich Antonio, der in einer Seeschlacht gegen mich gekämpft und mich besiegt hat. Er wird von meinen Leuten gesucht und steht hier in Illyrien auf der schwarzen Liste.
Am meisten verbunden fühle ich mich Cesario. Irgendetwas an ihm zieht mich an, er versteht mich und auf sonderbare Weise fühle ich mich von ihm angezogen. Er ähnelt mir und teilweise erkenne ich mich selbst in ihm. Er ist fast wie ein kleiner Bruder für mich, der noch viel über die Liebe von mir lernen kann.
Malvolio muss der spiesige Haushofmeister von Olivia sein. Ein lästiger Kerl, der meine Botschaften kaum zu ihr vorlässt!
In Viola, als ich erkenne, dass sie sich hinter Cesario versteckt, verliebe ich mich sofort! Jetzt verstehe ich auch all die ungewohnten Gefühle von vorher...diese Vertrautheit...es ist Liebe - und zwar eine, die ich bisher noch nicht kannte!
Illyrien ist mein Königreich. Ich war noch nie woanders, bin hier geboren und werde hier wahrscheinlich auch sterben.
Die Liebe...ergreift völlig Besitz von einem, lässt einen unzuverlässig und wechselhaft werden, man ist nicht mehr man selbst und kann nie genug davon kriegen. Sie ist das wohl schönste, was es gibt, auch wenn sie manchmal wehtut.
Ein langes Gespräch würde ich gerne mit Olivia führen. Sie soll mir erklären, warum sie mich so hart zurückgewiesen hat und sich dann für Sebastian entscheidet, der keinerlei Erfahrung hat.
Ins Meer würde ich höchstens Antonio schmeißem, dass er mal nachfühlen kann, wie ich und meine Leute sich damals kurz vor dem Ertrinken gefühlt haben.
Messalina ist ein für mich unbekannter Ort.
Illyrien bedeutet für mich meine Existenz und Heimat.
Ich zähle schon die Tage, bis es Frühling wird und die Natur aus ihrem Winterschlaf erwacht.
Wenn ich Musik höre, verfalle ich in einen regelrechten Rauschzustand.
Liebe ist Unsinn, sagt die Vernunft!